Geschichte

 

Ein folgenreiches Treffen im Jahre 1982

Für Kampfsport hatte der ehemalige Boxer viel übrig. Wohlgefällig blickte er, als sein Gegenüber ihm den Vorschlag unterbreitete, beim BSV 19 eine Ju Jutsu-Abteilung zu eröffnen. „Geht klar, machen wir. Nicht, Henry?“ Der ältere Herr, der neben ihm saß, nickte freundlich lächelnd, sagte: „Find‘ ich auch, Kalli“, erhob sein Glas, um auf die Entscheidung anzustoßen.

So war es damals, an einem kalten Januar-Nachmittag 1982 in einer Bahrenfelder Kneipe. Die drei Herren am Tisch waren Karl Lüke, Henry Haack und Ralph Boeddeker, letzterer damals mit Wohnung in Bahrenfeld, noch Student und Ju Jutsu-Sportler voll Tatendrangs. Sein Brief mit dem Ju Jutsu-Vorschlag an den BSV 19 hatte Karl Lüke und damit den richtigen Mann erreicht.

Im April 1982 ging‘s los, zunächst in der Turnhalle Mendelssohnstraße. Ein Aushang am Schwarzen Brett der Schule hatte immerhin für bescheidenen Zulauf zum ersten Ju Jutsu-Training gesorgt. Sechs Schüler mühten sich mit Laufen, Sit-ups, Liegestütz, Dehnübungen und ersten vorsichtigen Techniken. Einer von den ersten sechs Ju Jutsuka ist heute noch dabei: Frank Ruessau.

Der dann folgende Zulauf zum Training war ermutigend, bald konnte es in Kinder- und Erwachsenentraining mit jeweils eigenen Zeiten aufgeteilt werden. Einige Monate wurde auf dem blanken Hallenboden geübt, obwohl Matten für das Ju Jutsu-Training unverzichtbar sind. Zum Spätherbst 1982 bekam die Abteilung ihre erste Matte. Da war dann erstmals „richtiges“ Ju Jutsu-Training möglich.

Zweimal Hamburger Meister

Die Abteilung wuchs kontinuierlich, erste Gurt-Prüfungen wurden durchgeführt und BSV 19-Ju Jutsuka gingen zu Wochenend-Lehrgängen. Das Ju Jutsu beim BSV 19 gedieh – auch hinsichtlich der sportlichen Qualität. Einige Mitglieder erzielten bemerkenswerte Erfolge im Ju Jutsu-Wettkampf: Anfang der 90er-Jahre stellte der BSV 19 zweimal den/die Hamburger Meister/in in der jeweiligen Gewichtsklasse.

In den Folgejahren erlebte die Abteilung eine Durststrecke, die Mitgliederzahl dümpelte vor sich hin, die Kindergruppe musste mangels Masse schließen. Jene, die regelmäßig trainierten, machten bisweilen eine Gürtelprüfung, ansonsten aber erfreute man sich in kleinem Kreis vor allem am Spaß am Sport.

Spaß am gemeinsamen Sporteln

Das änderte sich nachhaltig nach der Jahrtausendwende. Neue Mitglieder stießen zur Abteilung, „Altgediente“ machten eine umfassende fachspezifische Fortbildung und im Jahre 2002 wurde wieder eine Kinder-/Jugendgruppe eröffnet. Auch im Senioren-Bereich ist ein im Vergleich zu früher erheblicher Zulauf zu verzeichnen. Denn viele Erwachsene entdecken das Ju Jutsu-Training beim BSV 19 als sinnvolle Verbindung von allgemeinem und Ju Jutsu-spezifischem Fitness-Training mit Kampfsport-Techniken.

Wie einst bei der Gründung so lautet auch heute noch die Philosophie für das Miteinander beim BSV 19-Ju Jutsu: Natürlich soll die Fähigkeit zur Selbstverteidigung trainiert werden, und die Sportler sind auch so ehrgeizig, regelmäßig Gürtelprüfungen zu bestehen. Doch der Spaß an der Freud, am Ju Jutsu, an der Fitness und am gemeinsamen Sporteln ist ebenso wichtig.

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